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Borderline-Beziehung – Diese Phasen sind typisch

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Die Beziehung mit einem Borderliner ist nicht ganz einfach. Menschen, die am Borderline Syndrom leiden, zeigen ein irrationales Verhalten und übermäßige Gefühlsausbrüche. Wie sieht das Zusammenleben mit einem Borderline-Patienten als Partner aus? Lesen Sie weiter und erfahren Sie die typischen Kennzeichen einer Borderline-Beziehung und ihren Phasen …

Eine Borderline-Beziehung und ihre Phasen

Sie führen eine romantische Beziehung mit einer Person, die von Borderline betroffen ist? Das ist meist nicht ganz einfach. Eine Borderline-Beziehung und ihre Phasen beinhalten Irrationalität und extreme Gefühlsausbrüche, sodass eine stabile Beziehung zu führen sehr schwierig ist.

In jeder Ehe oder Langzeitbeziehung kommt es immer mal wieder zu Konflikten, die beide Partner zusammen lösen müssen. Sind Sie aber mit einem Borderline Partner zusammen, dann stehen Sie vor noch größeren Herausforderungen, die ihr glückliches Beziehungsleben vielfach beeinträchtigen können.

Erfahren Sie im Folgenden einige Situationen und Gegebenheiten, die Sie in einer Borderline-Beziehung und deren Phasen erleben.

Inhalt

1. Die Borderline-Beziehung und die Liebe
2. Typisch: Schwarz-Weiß-Denken
3. Wenn Liebe zur Abhängigkeit wird
3.1. Die eigene Co-Abhängigkeit erkennen
3.2. Dem co-abhängigen Verhalten entkommen
4. Eine On-Off Beziehung und ihre Endlosschleife
4.1. Phase 1: Sich verlieben
4.2. Phase 2: Am andern klammern
4.3. Phase 3: Den Partner hassen und zurückweisen
5. Die Lügen und Manipulationen in einer Borderline-Beziehung erkennen
5.1. Die Forderungen des Borderline-Partners
5.2. Wenn der eigene Körper Widerstand leistet
5.3. Der Druck wird größer
5.4. Drohungen
5.5. Dem Verhalten nachgeben
5.6. Alles wiederholt sich

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1. Die Borderline-Beziehung und die Liebe

Außenstehende erkennen eine Borderline-Erkrankung meist nicht auf Anhieb. Menschen realisieren nicht, dass ihr Dating-Partner oder ihre Dating-Partnerin ein(e) Borderliner(in) ist. Diese Personen sind zu Beginn sehr einfühlsam und präsentieren sind selbst sehr positiv. Leider ändert sich das dann im Alltag relativ schnell.

Borderline-Beziehung Phasen

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Eine Beziehung mit einem Borderliner funktioniert anders als eine „normale“ Verbindung. Da Borderline Typen besonders intensiv lieben, fühlen sich Beziehungs-Kandidaten und -Kanditatinnen von dieser Eigenschaft sehr angezogen. Borderliner scheinen auf den ersten Blick sehr interessant zu sein, aber entpuppten sich als destruktiv.

Bestimmte Warn- und Anzeichen einer Borderline Beziehung zeigen Phasen an, auf die Sie sich als Partner oder Partnerin von Betroffenen einstellen können.

2. Typisch: Schwarz-Weiß-Denken

Borderline Persönlichkeiten empfinden alles als gut oder schlecht. Dazwischen gibt es selten etwas. Das betrifft Menschen wie Situationen oder andere Dinge. Sie vermissen Zwischenstufen und idealisieren den eigenen Partner oder die Partnerin an dem einen Tag und am anderen hassen sie ihn oder sie.

Das geht so weit, dass Borderliner sich in eine Sache, die gar nicht passiert ist und nur in der eigenen Vorstellung existiert, hineinsteigern und den eigenen Partner deswegen beschimpfen und ihm Vorwürfe machen. Zum Beispiel unterstellen sie dem anderen, fremdgegangen zu sein. Sie sind dann hundertprozentig überzeugt, richtig zu liegen und betrachten den anderen als Feind.

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Eine Borderline-Beziehung und ihre Phasen kann den „normalen“ Partner sehr verwirren, weil sich die Extreme rasch abwechseln. Diese Verbindung können Sie nur dann aufrechterhalten, wenn Sie sehr viel Verständnis für diese Person aufbringen. Dazu gehört es zu verstehen, was in Borderlinern vor sich geht. Nur so kann es gelingen, richtig mit ihnen umzugehen.

3. Wenn Liebe zur Abhängigkeit wird

Bei einer Borderline Persönlichkeit haben Sie vielleicht den Eindruck, dass der Borderliner derjenige ist, der in der Beziehung abhängig ist. Sein Partner erscheint meist als der fürsorgliche Partner, der die Situation unter Kontrolle hat.

Aber die Realität zeigt, dass oft beide Personen voneinander abhängig sind. Deshalb sind sie kaum in der Lage, diese schwierige Beziehung zu beenden. Der Grund liegt darin, dass sogenannte Co-Abhängige – also die Partner der Borderline-Persönlichkeit, ständig die Verantwortung übernehmen und sich um die Bedürfnisse des anderen kümmern. Für sch selbst bleibt dann kein Raum mehr.

3.1. Die eigene Co-Abhängigkeit erkennen

Eine Co-Abhängigkeit entsteht oft erst nach und nach, sozusagen schleichend. Führen Sie eine Borderline-Beziehung, dann ist es für Sie selbst sehr wichtig, sich und Ihre Anliegen nicht aus den Augen zu verlieren. Achten Sie darauf, wie Sie sich ihrem Borderline-Partner gegenüber verhalten.

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Dabei können Sie sich folgende Fragen stellen:

Versuche ich immer, andere auf meine eigenen Kosten glücklich zu machen?
Vernachlässige ich meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse?
Bin ich meinem Partner gegenüber sehr nachgiebig?
Habe ich Schwierigkeiten, meinem Partner gegenüber ganz klare Grenzen zu ziehen?

Falls Sie bereits in einer Co-Abhängigkeit gelandet sind, suchen Sie sich professionelle Hilfe eines Therapeuten, um sich wieder aus diesen Verhaltensmustern zu lösen.

3.2. Dem co-abhängigen Verhalten entkommen

Es ist für Betroffene nicht leicht, einer Co-Abhängigkeit wieder zu entkommen. Aber es ist erforderlich, damit die Borderline-Beziehung langfristig Bestand haben kann und die psychische Gesundheit dabei nicht auf der Strecke bleibt. Die ersten Schritte der Veränderung sind schwer. Folgendes kann Ihnen dabei helfen:

Lernen Sie, los zu lassen. Unterlassen Sie es, Ihren Partner oder Ihre Partnerin „retten“ zu wollen.
Stellen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse an erste Stelle.

Es ist wichtig für Sie, dem eigenen co-abhängigen Verhalten konsequent entgegen zu steuern. Nur dann sind Sie vielleicht in der Lage, eine Borderline-Beziehung auf gesunde Füße zu stellen.

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4. Eine On-Off Beziehung und ihre Endlosschleife

Eine Borderline-Beziehung ist oft unbeständig. Das ist charakteristisch für dieser Persönlichkeitsstörung. Wie verläuft die instabile Beziehung mit Borderlinern?

Die erste Phase dieser Beziehung verläuft sehr romantisch. Aber mit der Zeit zeigen sich schädliche Beziehungsmuster. Zwar zeigen sich diese Muster manchmal schon am Anfang einer Beziehung, aber in der Regel offenbaren sich die übermäßigen Gefühlsausbrüche erst später. Die folgenden Phasen zeigen die Endlosschleifen, die nicht selten in eine toxische On-Off Beziehung münden.

1. Phase: Sich verlieben

Den Anfang einer Borderline-Beziehung, die erste Phase, erleben Betroffene sehr intensiv und mit gegenseitiger Idealisierung. Borderliner haben ein besonderes Gespür dafür, wenn andere Menschen gerade eine verletzliche Phase in ihrem Leben durchmachen.

Borderliner treten dann sozusagen als Retter auf, die den anderen aus seiner misslichen Lage befreien. Die Borderline-Beziehung ist in einer Phase, in der beide Partner Luftschlösser bauen und gegenseitig hohe Erwartungen aneinander haben.

Behalten sie den Überblick in dieser Honeymoon-Phase:

Seien Sie vorsichtig hinsichtlich unrealistischen Erwartungen
Lassen Sie sich nicht um den Finger wickeln
Nehmen Sie sich Zeit zum näheren Kennenlernen

2. Phase: Am anderen klammern

In einer Borderline-Beziehung ist die zweite Phase dadurch geprägt, dass sich die Aufmerksamkeit beim Borderliner verschiebt. Zu Beginn der Kennenlernphase schenkte er Ihnen als seinem Partner oder seiner Partnerin die volle Aufmerksamkeit.

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Jetzt verändert sich das rasant. Ein Borderliner-Partner ist zwar immer noch am anderen interessiert. Allerdings stehen jetzt nicht mehr die Bedürfnisse des neuen Partners im Vordergrund. Stattdessen versucht ein Borderliner, von nun an die Aufmerksamkeit auf sich selbst und die damit verbundenen Bedürfnisse und Anliegen zu lenken.

Das erkennen Sie, wenn Sie jetzt vermehrt Anrufe und Kurznachrichten per WhatsApp erhalten, die zum Ausdruck bringen, wie sehr ihr Partner Sie vermisst und braucht.

Dieses Klammern geschieht, weil eine Borderline-Persönlichkeit Angst davor hat, verlassen zu werden. Die Aussage „Ich Liebe Dich“ bedeutet deshalb eher „Bitte liebe mich auch so sehr wie ich dich“ oder der Satz „Du bist das Beste was mir je passiert ist“ bringt vielmehr zum Ausdruck „Ich bin das Beste in deinem Leben, bitte bestätige mir das“.

Wenn Sie diesen Wünschen nicht entsprechen, dann schlägt die intensive Liebe eines Borderliners in Ablehnung und sogar Hass um. Denn eine Borderline Persönlichkeit neigt dazu, ihren Partner dann rasch von sich zu stoßen.

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3. Phase: Den Partner hassen und zurückweisen

Jetzt sind Sie in Ihrer Borderline-Beziehung in der Phase angekommen, in der sich Ihr Partner von Ihnen abwendet und sogar von einem Augenblick auf den anderen seinen Kontakt zu Ihnen abbricht und sich von nun an Ihnen gegenüber sehr aggressiv verhält.

Sie empfinden diese plötzlich einsetzende Kälte zwischen Ihnen beiden als sehr verwirrend. Machen Sie sich jetzt unbedingt bewusst, dass Sie nicht Schuld an seinem abweisenden Verhalten sind. Sie haben keinen Fehler gemacht. Es ist vielmehr Ihr Borderline-Partner, der sich in der 3. Phase Ihrer Beziehung in Dinge hineinsteigert, die gar nicht da sind und nicht der Realität entsprechen.

In einer Borderline-Beziehung wechselt diese Phase rasch wieder in jene des Klammerns. Auf diese Weise wiederholt sich ständig das gleiche Beziehungsmuster. Es folgen wieder die gleichen Verhaltens-Phasen wie zuvor beschrieben. Um daraus auszubrechen bedarf es meist der Hilfe eines kompetenten Paar- oder Psychotherateuten. Ansonsten landen Sie in einer toxischen On-Off Beziehung.

5. Die Lügen und Manipulationen in einer Borderline-Beziehung erkennen

Wahrscheinlich hören Sie in ihrer Borderline-Beziehung immer wieder Sätze wie „Du tust das oder jenes nicht für mich, weil du mich nicht wirklich liebst“ oder „Du musst das oder jenes für mich tun, damit es mir gut geht“.

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Borderline-Persönlichkeiten nutzen gern Lügen und Manipulation in der Beziehung, damit der andere sie nicht verlässt und das Weite sucht. Dazu gehören vor allen Dingen emotionale Erpressungen, die den Partner festhalten und zwingen sollen, dem Borderliner immer wieder die Liebe zu ihm zu beweisen.

Bestimmte Merkmale einer Borderline-Beziehung gilt es zu beachten, damit Sie nicht auf die Manipulation Ihres Partners herein fallen:

1. Die Forderungen des Borderline-Partners

In einer Borderline-Beziehung richtet der Borderline-Partner keine Bitten an Sie. Nein, seine Anliegen sind Forderungen. Und die formuliert er auf eine Art und Weise, bei der es Ihnen sehr schwer fällt, sie abzulehnen, also nein zu sagen.

„Wenn dir wirklich etwas an mir liegt, dann fahren wir nächste Woche auf Urlaub“.

2. Wenn der eigene Körper Widerstand leistet

Sie spüren, dass sich in ihrem Körper ein innerer Widerstand hinsichtlich dieser Forderungen regt. Ihr Körper warnt Sie vor diesen unangemessenen Forderungen Ihres Borderline-Partners durch Zweifel, die in Ihnen entstehen. Sie sind unentschlossen und fühlen sich nicht wohl dabei.

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3. Der Druck wird größer

Kommen Sie den Wünschen und Forderungen in der Borderline-Beziehung nicht nach, dann wird der Druck auf Sie größer. Ihr Partner drängt Sie immer mehr dazu, seine Wünsche gefälligst zu erfüllen. Dabei wendet die Person ihren ganzen Charme und ihre ganze Überzeugungskraft an, die sie bereits in der ersten Kennenlernphase eingesetzt hatte. Schließlich hatte das schon einmal gut funktioniert.

„Komm schon, du bereitest mir eine riesige Freude, wenn wir das Wellness-Wochenende zusammen verbringen“.

4. Sie erhalten Drohungen

In der nächsten Phase der Borderline-Beziehung kommt es zu massiven Drohungen, wenn Sie den Anforderungen und Wünschen des Borderline-Partners nicht entsprechen und Widerstand leisten. Die Drohungen richten Sie nicht unbedingt an Sie. Ein Borderliner bedroht sich dann auch selbst: „Wenn wir diesen Ausflug nicht machen, dann weiß ich nicht, wie ich damit umgehe. Ich garantiere für nichts.“

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Und jetzt kommt das co-abhängige Verhalten ins Spiel, auf das der Borderliner gezielt ansetzt.

5. Dem Verhalten nachgeben

Es ist in einer Borderline-Beziehung in dieser Phase sehr schwer, standhaft zu bleiben. Die meisten Partner lassen sich dann durch die auf sie ausgeübte Drohungen und den Druck darauf ein, den Wünschen des anderen nachzukommen, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollten.
„Einverstanden, dann fahren wir eben in diesen Urlaub. Aber eigentlich habe ich dafür im Moment gar kein Geld.“

6. Alles wiederholt sich

Durch das Nachgeben befinden Sie sich jetzt in der Endlosschleife einer Borderline-Beziehung. Es entsteht in einer Borderline-Beziehung und durch die sich wiederholenden Phasen ein immer gleicher Kreislauf. Denn Sie sind auf die Manipulationen Ihres Partners eingegangen und er fühlt sich erneut bestätigt. Es hat für ihn funktioniert.

Fazit: Wie Sie den Kreislauf durchbrechen

Sie haben nur eine Chance, diesem Kreislauf zu entkommen: Ziehen Sie klare Grenzen und lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen, dass der andere Sie unter Druck setzt und zu manipulieren versucht. Im schlimmsten Fall kommmen Sie mit der Borderline-Beziehung und den dafür typischen Phasen nicht zurecht und müssen sich trennen.


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